Das Leben einer Milchkuh

Alles, was du zum Thema Milchproduktion wissen solltest.

Viele Menschen können nachvollziehen, wieso jemand kein Fleisch essen möchte. Wenn es aber um Milch geht, sieht die Sache anders aus. Man trinkt ja schließlich nur die Milch von der Kuh und isst nicht die Kuh selbst, oder etwa doch?

Zahlen und Fakten

Im Jahr 2017 erzeugten 541.000 Milchkühe in Österreich rund 3.713.000 Tonnen Rohmilch.

Quelle


Lebenserwartung von Milchkühen

Die Lebenserwartung einer Kuh in freier Wildbahn liegt zwischen 20 und 30 Jahren. Milchkühe hingegen werden meist nicht älter als vier bis fünf Jahre. Ein Grund dafür ist, dass Milchkühe auf Hochleistung gezüchtet sind, damit sie möglichst viel Milch geben. Die ständige Überanstrengung und das unnatürliche Kraftfutter lassen die Tiere früh altern und machen sie krank. Für den Unternehmer sind kränkliche Kühe bloß zusätzliche Kosten. Daher ist der nächste und letzte Schritt für die Tiere der Schlachthof.

Quelle


Wann gibt eine Kuh Milch?

Eine Kuh produziert aus demselben Grund Milch wie wir Menschen, nämlich um ihr Kind zu ernähren. Kuhmilch ist nichts anderes als Muttermilch. Die Kuh muss also ein Kalb gebären, um Milch zu produzieren. In der Regel werden Milchkühe ein paar Mal pro Jahr besamt, damit sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen.

Nach der Geburt wird die Mutterkuh für zehn Monate lang, zweimal täglich, gemolken. 60 Tage vor der nächsten Geburt wird die schwangere Kuh nicht mehr gemolken, um sich auf die nächste bevorstehende Geburt vorbereiten zu können. Eine Milchkuh ist fast die ganze Zeit ihres Lebens schwanger.

Quelle


Was passiert mit den Kälbern?

Um Menschen mit Kuhmilch versorgen zu können, werden die Kälber schon einen Tag nach ihrer Geburt von ihren Müttern getrennt. Die männlichen Kälber werden nach etwa drei bis fünf Monaten für die Fleischproduktion geschlachtet. Sie sind bloß ein Nebenprodukt der Milchproduktion. Weiblichen Kälbern steht dasselbe Schicksal bevor wie ihren Müttern - sie werden Milchkühe.

Das Video zeigt wie ein Kalb von seiner Mutter getrennt wird - ein Ereignis, das für Kuh und Kalb traumatisierend ist.


Die Milchleistung einer Kuh

Eine Milchkuh in Deutschland gibt durchschnittlich 20 Kilogramm Milch pro Tag. Zum Vergleich - Etwa acht Kilogramm täglich braucht ein Kälbchen, um heranzuwachsen. In den letzten Jahrzehnten verringerte sich die Zahl der Milchkühe stetig, während gleichzeitig die Milchleistung pro Kuh stieg. Wie ist das möglich? Als Erklärung werden unter anderem die verbesserten Futtermittel und neuen wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der Zucht & Aufzucht der Kühe genannt.

Quelle:

Wie viel Milch gibt eine Kuh im Jahr

Milchleistung


Die Intensivtierhaltung von Milchkühen

In Deutschland leben etwa 72% der Milchkühe in Laufstallhaltung in Betrieben mit 50 bis 99 Tieren. Bei einer Laufstallhaltung hausen die Tiere in engen Ställen, welche mit harten Spaltenböden ausgelegt sind. Viel Platz haben die Tiere nicht. Jede Kuh hat gerade einmal zwischen 3,5 bis 4 m2 Platz zur Verfügung.

27% aller Milchkühe in Deutschland leben noch immer in Anbindehaltung, die den Tieren praktisch keine Bewegungsmöglichkeiten bietet.

Nur 42% der Milchkühe dürfen für fünfeinhalb Monate im Jahr zum Grasen auf die Weide. Die restlichen 58% leben ihr gesamtes Leben lang hinter Gittern.

Quelle


Probleme der Intensivhaltung

Bereits 24 Stunden nach der Geburt werden die neugeborenen Kälber von ihren Müttern getrennt. Das kann dazu führen, dass Jungtiere oft wochenlang verstört sind. Das Kalb wird nur deshalb weggesperrt, damit Menschen die Milch trinken können. Während der Mensch die Muttermilch einer Kuh trinkt, bekommt das Kälbchen Ersatzmilch aus Molkepulver verabreicht.

Wegen des Platzmangels in der Intensivtierhaltung können die Kühe ihre natürlichen Bedürfnisse, wie zum Beispiel Galoppieren, Erkunden oder soziale Verhaltensweisen, nicht befriedigen. Diese Umstände lösen bei den Tieren Verhaltensstörungen aus. Eine typische Verhaltensstörung ist beispielsweise das wiederholte Rollen der Zunge. Dieses Verhalten ist eine Ersatzhandlung für das natürliche Nahrungsaufnahmeverhalten.

Ein großes Problem ist die Überzüchtung der Milchkühe. Heutige Milchkühe geben bis zu 50 Liter statt acht Liter Milch pro Tag. Die extreme Züchtung und unnatürlichen Umweltbedingungen machen die Milchkühe krank. Vor allem Entzündungen der Milchgänge und Milchdrüsen (Mastitis) sind ein großes Problem in der Intensivtierhaltung.

Ein Betrieb wird heute als “gut” bezeichnet, wenn 60 % der Milchkühe keine Euterkrankheiten haben. Das bedeutet, fast jede zweite Milchkuh leidet an einer Eutererkrankung.

Letztendlich werden die Tiere nach etwa vier bis fünf Jahren geschlachtet, weil sie am Ende ihrer Kräfte sind und somit für die Milchproduktion nicht mehr zu gebrauchen sind.

Quelle:

Eutergesundheitszahlen

Faktenbaltt Milchkühe


Die Schlachtung

Als Erstes werden die Tiere mit einem Kopfschuß (Bolzenschuss) betäubt. Dabei schießt das Bolzenschussgerät einen Stahlstift mehrere Zentimeter tief ins Gehirn der Kuh. Bei richtiger Handhabung sollte das Tier keinen Schmerz mehr empfinden. Nicht selten geht so ein Schuss schief. Die Tiere wehren sich natürlicherweise und versuchen dem Schlachter auszuweichen. Für eine erfolgreiche Betäubung ist es jedoch notwendig, das Gerät an einer bestimmten Stelle am Kopf zu treffen. Gerät das Tier in Panik, ist es fast unmöglich, die richtige Stelle zu treffen.

Nach dem Bolzenschuss wird die Kuh zum Ausbluten kopfüber an einem Bein aufgehängt, und die Halsschlagader aufgeschnitten. Im Falle einer Fehlbetäubung wird der Kuh bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten.

Der deutsche TV-Sender “Das Erste” hat zu diesem Thema einen kompakten und sehr informativen Beitrag veröffentlicht. In dem fünfminütigen Video werden die erschreckenden Zustände in den Schlachthöfen gezeigt.

Zum Video

Quelle


Zum Abschluss seht ihr noch ein Video von PETA, welches das Thema gut zusammenfasst. Emily Deschanel klärt über die Grausamkeiten der Milchproduktion auf.